SPD Worms-Mitte poliert Stolpersteine im Stadtzentrum
Warmaisa begrüßt Aktion gegen das Vergessen und Verdrängen
Vielen Wormser Bürgerinnen und Bürgern und auch Besuchern dieser Stadt fallen sie auf: Die glänzenden Stolpersteine, die in Worms vorwiegend im Stadtzentrum verlegt sind. Genau diese Reaktion, nämlich ein kurzes Innehalten im Sinne eines „geistigen Stolperns" im Alltag sollen sie auch bezwecken.
Die unzähligen Stolpersteine, eine Idee des in Köln ansässigen Künstlers Gunter Demnig, die in über 500 deutschen Orten sowie europaweit verlegt wurden, bilden ein städteübergreifendes Mahnmal zur Erinnerung an die Opfer der Naziherrschaft in Deutschland. Sie werden unmittelbar auf Höhe des Straßenbelags in den Boden eingelassen und enthalten Namen und weitere Details aus dem Leben von in Deutschland Deportierten und Ermordeten. Als Ort wird dabei zumeist der letzte frei gewählte Wohnort der betreffenden Person gewählt.
Die 24 Stolpersteine im Stadtzentrum sind natürlich der täglichen Witterung und damit auch Verschmutzung ausgesetzt. Da die von Hand hergestellten Stolpersteine aus Messing gefertigt werden, müssen sie zudem ab und an poliert werden, um ein Verblassen zu verhindern. Auch dies darf durchaus symbolisch verstanden werden: man muss aktiv werden, um dem Verblassen der Erinnerung aus dem kollektiven Gedächtnis entgegenzutreten.
Deshalb fühlten sich die Mitglieder der SPD Worms-Mitte dazu aufgerufen, die Stolpersteine in mühevoller Kleinarbeit wieder aufzupolieren und somit jedem einzelnen neuen Glanz zu verleihen. Um die Bedeutung des Projekts „Stolpersteine" für eine aktive Erinnerungskultur zu betonen, wurde außerdem an jedem Stolperstein die Lebensgeschichte der Person, an die er erinnern soll, verlesen. Die dadurch entstehenden Gespräche mit nachfragenden Passanten konnten dem Zweck der Aktion nur dienlich sein.
„Auch in Zukunft beabsichtigt wir die Idee der Stolpersteine zu unterstützen. Bei der nächsten Verlegung in Worms wird der Ortsverein drei weitere Steine stiften um so eine weitere Verbreitung der Kunstwerke in der Wormser Innenstadt zu fördern.", so Andreas Gölz, Vorsitzender der SPD Worms-Mitte.
Der Verein Warmaisa, der sich der Förderung und Pflege der jüdischen Kultur ins Worms verschrieben hat und bereits seit 2006 Stolpersteinverlegungen durchführt, fand in Person des Vorsitzenden Roland Graser lobende Worte für das Engagement der Sozialdemokraten: „Der Vorschlag der SPD Worms-Mitte die Steine im Stadtzentrum zu polieren hat uns sehr gefreut. Die Aktion ist ein schönes Beispiel dafür, wie die Symbolik der Stolpersteine ein aktives Erinnern fördern kann. Gerade weil die Idee hinter den Steinen so schlüssig ist, begrüßen wir natürlich, dass man die weitere Verlegung durch eine Spende fördern möchte."


