Ich bin SPD-Mitglied, weil die Partei schon immer gesellschaftliche Werte vertrat, die unbedingt erhalten bleiben müssen.

Heinfried Becker
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Bildung als Weg in die Gesellschaft

Der Arbeitskreis Integration der SPD Worms-Mitte zusammen mit Constanze Vollmer (rechts vorne), Rektorin der Ernst-Ludwig-Schule in Worms.AK - Integration der SPD Worms-Mitte engagiert sich für Ernst-Ludwig-Schule

Die Tatsache, dass der SPD Ortsverein Worms-Mitte einen Arbeitskreis zu den Themen Migration und Integration ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger gegründet hat und sich direkt über 20 Mitglieder aus zehn Nationen darin engagiert haben, sagt viel darüber aus, wie aktuell diese Thematik im Wormser Stadtzentrum abseits aller Debatten schon immer war. Sie ist für viele Innenstadtbewohner nicht abstrakt, sondern täglich gelebte Realität.

So ist es auch wenig verwunderlich, dass sich die Mitglieder, fast alle selbst mit Migrationshintergrund, schnell dazu entschlossen, gemeinsam zu versuchen, etwas Positives zu dem Prozess einer gelungenen Integration in unserem direkten Umfeld beizutragen. Einig war man sich auch darin, dass besonders die Bildung der richtige Ansatzpunkt für dieses Vorhaben ist. Bei den letzten Treffen des Arbeitskreises hatte man sich deshalb vorgenommen, über die Sommermonate die nötigen Kontakte zu Wormser Einrichtungen im Bildungsbereich herzustellen und ein nützliches und machbares Projekt auszuarbeiten.

Als Resultat dieses Vorhabens durfte man diesmal Constanze Vollmer, Leiterin der Ernst-Ludwig- Grundschule, als Gast begrüßen. In der Ernst-Ludwig-Schule ist Integration in vielerlei Hinsicht ein Thema, da man einen hohen Anteil von Migrantinnen und Migranten unter den Schülerinnen und Schülern verzeichnet und zum anderen viel dafür tut, diesem Umstand durch Förderung pädagogisch angemessen Rechnung zu tragen. So bietet die Schule in einem Modellprojekt als eine der drei ersten Schulen in Rheinland-Pfalz Islam-Unterricht in deutscher Sprache an, auch kooperiert sie bereits mit der Wormser Volkshochschule, um z.B. Deutsch-Unterricht für Mütter oder nachmittägliche Sprachförderung anbieten zu können.

Die Rektorin war gekommen, um ihre Schule vorzustellen und um mit den Anwesenden einige Ansatzpunkte für mögliche gemeinsame Projekte zu besprechen, die ihr von ihrem Lehrerkollegium mit auf den Weg gegeben wurden. Dazu gehörte etwa die Erweiterung des Angebots der Hausaufgabenbetreuung. Dieser Wunsch des Lehrerkollegiums wurde von den Beteiligten enthusiastisch aufgenommen, denn man war sich einig hier gemeinsam etwas leisten zu können. Geplant ist nun, einen Pool von Freiwilligen aufzubauen, den die Schule in eigener Regie einsetzen kann, um einzelnen Schülern bei Bedarf kostenlose Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung anbieten zu können. Im Einzelfall ist auch eine Hilfestellung für die Eltern, etwa als Hilfe bei Behördengängen und Ähnlichem denkbar. Dabei ist angedacht, das Projekt bei positiver Resonanz stetig zu erweitern.

„Das erste Dutzend Freiwillige haben wir direkt bei der ersten Besprechung des Projekts in unseren eigenen Reihen gewinnen können, aber auch einige Außenstehende haben sich schon dazu bereit erklärt, dieses Projekt zu unterstützen. Ich denke, dass die persönlichen Erfahrungen unserer Mitglieder mit Integration in Deutschland viel zum Gelingen unseres Vorhabens beitragen können. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit unserem lokalen Ansatz etwas bewegen werden", so der Wormser SPD-Stadtrat Carlo Riva, der gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Andreas Sackreuther die Koordination des Arbeitskreises in der SPD Worms-Mitte übernommen hat.

Auch Rektorin Constanze Vollmer zeigte sich zufrieden mit dem bisherigen Stand der Planung: „Es freut uns immer, wenn wir unser Angebot erweitern und den Schülern mehr Möglichkeiten für eine individuelle Förderung bieten können. Als Schulleiterin ist mir aber wichtig herauszustellen, dass eine Aktion wie diese nur unter der Verantwortung des Kollegiums und in enger Abstimmung mit den Eltern durchgeführt werden kann. Wir freuen uns über die Freiwilligen und werden uns nun daran machen schulintern alles Nötige zu organisieren."