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Janina Jakob
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Volkspartei: Ja oder nein? Quo vadis SPD?

(von links nach rechts) Florian Gerster, Univ.-Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte, SPD Stadtrat Uwe Gros, Prof. Dr. Thomas Leif, Ministerin Doris Ahnen, Ortsvereinsvorsitzender Andreas Gölz, stv. Ortsvereinsvorsitzende Simone Korte-Bernhardt und MdL Jens Guth kurz vor Beginn der Podiumsdiskussion Volkspartei SPD vor 150 Gästen im Wormser Heylshof.Hochkarätig besetze Runde diskutiert in Worms über die richtigen Wege in die Zukunft

Die SPD hat in ihrer 148-jährigen Geschichte so manche gesellschaftliche Entwicklung angestoßen, aufgenommen oder aktiv mitgestaltet. Dabei kam es auch immer wieder zu Reformen ihrer Strukturen und Positionen, die nötig waren, um sich auf eine sich verändernde Welt einzustellen und weiterhin eine Rolle bei diesen Veränderungen zu spielen.

Beispielhaft dafür mag man die nun auf dem Parteitag in Berlin beschlossene und zuvor viel diskutierte Reform der Parteistrukturen sehen, durch die die SPD modernisiert und attraktiver für Mitglieder und Sympathisantinnen und Sympathisanten werden soll.

Auch solche strukturellen, vor allem aber Fragen der inhaltlichen Ausrichtung der nächsten Jahre standen nun bei einer Diskussionsveranstaltung unter dem Motto „Treffpunkt Mitte: Volkspartei SPD?" in den Räumen des Wormser Heylshofs im Mittelpunkt. Für die Moderation des Abends konnte der ausrichtende SPD Ortsverein Worms-Mitte Prof. Dr. Thomas Leif, den Chefreporter des SWR-Fernsehens in Mainz, gewinnen. Auch die Auswahl der Teilnehmer versprach eine spannende Diskussion. Mit der rheinland-pfälzischen Bildungsministerin Doris Ahnen, Staatsminister a. D. Florian Gerster und dem Wormser SPD-Vorsitzenden und Landtagsabgeordneten Jens Guth war das Podium hochkarätig besetzt. Die Diskussion und die Beiträge der Diskutanten ordnete der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Karl Rudolf Korte begleitend aus fachlicher Sicht ein.

v. l. n. r.: Staatsminister a. D. Florian Gerster, Ministerin Doris Ahnen, Moderator Prof. Dr. Thomas Leif, MdL Jens Guth und Univ.-Prof. Dr. Karl-Rudolf KorteProfessor Korte eröffnete nach der Begrüßung durch den Ortsvereinsvorsitzenden Andreas Gölz und seine Stellvertreterin, Simone Korte, den Abend mit einem Impulsreferat über die Volksparteien im Jahr 2011 und einer durchaus kritischen Betrachtung der Rolle der SPD. Unter der Leitung von Thomas Leif wurde in der anschließenden Diskussionsrunde zum Teil kontrovers über verschiedenste Themenfelder, u.a. von der Agenda 2010 bis zur Parteireform, diskutiert. Doris Ahnen, auch Mitglied des Vorstands der Bundespartei, zeigte sich dabei zuversichtlich, was die Zukunft der SPD anbelangt. Sie forderte, man müsse den Begriff „soziale Gerechtigkeit" als Markenkern der Partei in den Mittelpunkt stellen. Florian Gerster legte den Fokus auf ein Bekenntnis zur Agenda -Politik der rot-grünen Bundesregierung, räumte aber auch Reformbedarf ein. So sprach er sich etwa für die Forderung nach einem verbindlichen allgemeinen Mindestlohn in Deutschland aus. Jens Guth machte sich u.a. für eine Stärkung der Mitgliederrechte in der SPD stark.

150 Besucher, davon ca. 70% Nichtmitglieder und auffällig viele junge Menschen, besuchten die Veranstaltung.Im Anschluss an die unterhaltsame Debatte hatten die rund 150 Zuschauerinnen und Zuschauer die Möglichkeit, Fragen an die Runde zu richten. Nachdem hiervon rege Gebrauch gemacht worden war, hatten zum Abschluss alle Anwesenden die Möglichkeit, die aufgeworfenen Fragen und Ideen wahlweise bei einem Glas rheinhessischen Weins im barocken Foyer des Heylshofs mit den Diskussionsteilnehmern und untereinander zu diskutieren. Wenn der Prozess, eine Volkspartei zu sein und zu bleiben, auch mit lebendiger Diskussion verschiedenster Ansätze zu tun hat, muss sich die SPD im Jahr 2011 vielleicht doch keine so großen Sorgen machen.

Alle Bilder dieses Abends finden Sie in unserer Galerie.